Zeitplan für Fußball-Nationalstadion zwischen Cloche d’Or und Kockelscheuer steht

7 Juni 2014 | Tageblatt

Am 12. Juni wird das Projekt als Gesamtpaket europaweit ausgeschrieben: Ein sogenanntes “groupement de maîtrise d’oeuvre” wird gesucht, beinhaltend alle auszuführenden Architekten-, Ingenieur- und Bauarbeiten. Kandidaturen müssen bis Ende Juli eingereicht werden. Im August und September werden diese gesichtet, Mitte September soll eine Entscheidung fallen. Der ausgewählte Kandidat arbeitet dann sein Projekt aus; im September 2015 soll ein “avant-projet sommaire” im Gemeinderat vorliegen, im Januar 2016 ein “avant-projet définitif”. Dieses soll dann im Juni 2016 ein “projet définitif” sein und verabschiedet werden. Anfang 2017 wird voraussichtlich mit den Bauarbeiten angefangen, um dann Anfang 2019, eventuell Ende 2018 fertig zu sein.
 
Das Stadion wird Heimat für Fußball- Und Rugby -Nationalteam. Ein Ort für Konzertveranstaltungen soll es nicht sein (es wird keine separaten Ausgänge auf Spielfeldniveau geben). Die Kapazität: 9.000 überdachte Sitzplätze sind geplant. Das Budget wird weiterhin bei 30 Millionen Euro liegen, davon werden 70 Prozent vom Staat bezuschusst. Das angrenzende Park&Ride wird 1.500 Stellplätze haben. Gesucht wird ganz klar eine Gruppe mit “Erfahrung im Bau eines solchen Stadions” – gibt es in Luxemburg logischerweise nicht -, die sich aber womöglich mit einem in Luxemburg ansässigen Architekten- und/oder Ingenieurbüro assoziieren soll. Die für das Stadion benötigten Gelände sind nun alle in öffentlicher Hand; lediglich beim Boulevard Kockelscheuer und dem “Centre de remisage” der Tram – beides eng verknüpft mit dem Stadion als Gesamtkonzept – gibt es noch Lücken. Camille Gira rechnet hier aber nicht mit größeren Problemen. Landesplanerisch liege das Stadion perfekt, so Gira: “Wir haben bestehende Entscheidungen und Gesetzesprojekte (v.a. Tram, Ban de Gasperich, d. Red.) zu Ende gedacht. Boulevard Kockelscheuer und ‘Centre de remisage’ waren ja eh vorgesehen.”
 
Man wolle nun alles schnell vorantreiben und auch der UEFA präsentieren. FLF-Präsident Paul Philipp, der wie bereits bei der ersten Pressekonferenz am vergangenen 14. Februar eher wie das fünfte Rad arg Wagen mit am Tisch saß, konnte dies nur unterschreiben. Er wies noch einmal auf die Dringlichkeit und die wiederholte Ausnahmegenehmigung hin. Besonders, “da man ja nun davon ausgehen muss, dass nach dieser Kampagne noch eine im Stade Josy Barthel gespielt wird (für die WM 2018, d. Red.) und wohl noch eine dritte zumindest angefangen wird.” Josy Barthel und INS Im Stade Josy Barthel werden alle von der UEFA verlangten Verbesserungen vorgenommen werden, damit die kommende EM-Kampagne gespielt . werden kann. Was genau dies alles ist, liegt immer noch nicht im Detail seitens der UEFA vor. Auch das Spiel gegen Weltmeister Spanien am kommenden 12. Oktober soll nun bekanntlich aber dort stattfinden können; mehr wie sicher mit reduzierter Zuschauer -Kapazität. “Es wird nichts Unmögliches bei den Auflagen dabei sein”, ist man seitens der Stadt Luxemburg zuversichtlich.
 
Für etwaige, Europapokal -Spiele von Vereinen im Sommer sieht man bei der FLF keine Probleme – außer es geht Richtung Play -off oder Gruppenspiele, was ja schon mal fast der Fall war. Für diese wäre das Stade Josy Barthel dann wieder nicht gut genug. Auch das Projekt, das INS für die Leichtathletik von Grund auf zu modernisieren, geht weiter seinen Weg, hieß bei der Pressekonferenz. Hier ist nun klar, dass es acht Bahnen nur auf der 100– m-Geraden geben wird, es wird nicht das ganze Rund auf acht Bahnen ausgebaut. Als Gesamtprojekt wird auch die geplante Sporthalle für das Sportlycée gebaut; die Anlage wird vom nationalen Verband FLA, Sportlycée und Hauptstadt -Verein CSL genutzt werden können.