Terrain für Fixerstube umklassiert

9 Oktober 2012 | Luxemburger Wort

Die Prinzenhochzeit lässt sich die Hauptstadt 317 315 € kosten. Die Vorbereitungen für die zivile und die kirchliche Trauung werden die Stadt Luxemburg 64209 € kosten, das Feuerwerk am 20. Oktober 143 850 € und die Konzerte der belgischen Sängerin Selah Sue und der luxemburgischen Gruppe “Funky P” 109 257 €. Diese Unkosten seien “die Bedingungen dafür, dass die Bürger mitfeiern könnten”, so Bürgermeister Xavier Bettel gestern Montag im Gemeinderat.
 
Ein weiteres Thema auf der Tagesordnung war die in der Rue d’Alsace geplante “Fixerstube”.
 
Bettel wies auf die Wichtigkeit dieses Projektes hin. In der Vergangenheit habe sich die Lage im hauptstädtischen Bahnhofsviertel zwar viel verbessert. Sowohl im “Quartier Gare” als auch in Bonneweg würden heute weniger benutzte Spritzen in Vorgärten oder in öffentlichen Gartenanlagen gefunden werden. Nichtsdestotrotz werde eine neue Fixerstube dringend gebraucht. “Denn seit es die Fixerstube gibt, hat sich nicht nur die Lage im Bahnhofsviertel gebessert, sondern auch die Gesundheitsprävention bei den Drogenabhängigen wurde gefördert”, unterstrich Xavier Bettel.
 
Einstimmig erklärten sich die Ratsmitglieder dann einverstanden mit der Umklassierung des 45 Ar großen Grundstücks in der Rue d’Alsace, auf dem die Fixerstube gebaut werden soll, und der diesbezüglichen punktuellen Abänderung des grafischen Teils des PAG der Stadt Luxemburg. Wenn kein Rekurs gegen diese Entscheidung eingereicht wird, kann demnach die Baugenehmigung erteilt werden.
 
Wohnungen auf früherem Areal der “Clinique Dr Bohler”
Im Hinblick auf eine künftige neue Nutzung wurde das 96 As große Areal der ehemaligen “Clinique Dr. Bohler” an der Route d’Arlon in eine “zone 4 A” (76 Ar) bzw. in eine “zone d’habitation 2” (26 Ar) umklassiert. Die Räte bewilligten gestern die diesbezügliche punktuelle Abänderung des grafischen Teils des PAG. Seine Zustimmung gab der Gemeinderat auch für die Abänderung des PAG für ein 4,21 Ar großes Grundstück in der Rue d’Anvers, das die “Zitha Klinik S.A.” in das Ausbauprojekt des Zitha-Krankenhauses integrieren möchte. Erst provisorisch genehmigt wurde der PAP für ein Wohnungsbauprojekt, welches die Société& national d’habitations bon march” (SNHBM) in der Rue Anatole France und der Rue Jean-Pierre Pier in Bonneweg verwirklichen möchte. Bei dem neun Lose umfassenden Projekt sollen nach den Plänen des Architektenbüros Dewey&Muller auf vier Losen 14 Einfamilienhäuser und auf fünf Losen etwa zehn Residenzen errichtet werden. Insgesamt sollen 145 Wohneinheiten entstehen.
 
Auf der “Itzigerknupp” wird ebenfalls die SNHBM in den kommenden Jahren auf 13,30 Ar Land entlang der Rue Anatole France und der Rue d’ltzig 786 Wohneinheiten – 32 Lose mit Einfamilienhäusern (108 Wohneinheiten) und 14 Lose mit Residenzen (678 Wohneinheiten) – bebauen. Der Gemeinderat gab gestern sein provisorisches Einverständnis für diesen Einzelbebauungsplan. Auf der Tagesordnung standen außerdem eine Reihe von Kostenvoranschlägen. Um die Qualität der kommunalen Trinkwasserquellen und den Bedarf in der Hauptstadt zu gewährleisten, müssen verschiedene Wasserentnahmestellen ausgebaut und an die aktuellen Normen angepasst werden. Bewilligt wurde einstimmig die Instandsetzung und die Erweiterung der Quellen “Siweburen” SOl, SO2 und SO3 – SO4 ist zurzeit noch im Besitz von “Villeroy&Boch” – für etwa 2,9 Millionen Euro. Derweil wurde auch für den Beginn dieser Arbeiten ein Kredit von 50 000 € gestimmt. Bewilligt wurde auch die Instandsetzung des rechten Alzette-Ufers in Pfaffenthal für voraussichtlich 32 000 €. Diese Arbeiten werden vom Wasserwirtschaftsamt bezuschusst.
 
Derweil wurde auch der berichtigte Kostenvoranschlag von 898 971,30 Euro für die Neugestaltung der Rue Nicolas Ries in Rollingergrund gutgeheißen. Der ursprüngliche Kostenpunkt wurde um 482 538,48 Euro überschritten. Wesentlich teurer wird auch die Neugestaltung und der Ausbau der ehemaligen Schule in der Rue Vauban. Der definitive Kostenpunkt liegt bei 16,3 Mio. Euro. Die Mehrkosten seien auf den Konkurs der ersten Baufirma und auf die zwischenzeitliche Wiederverwendung zurückzuführen, so die Schöffinnen Simone Beissel und Viviane Loschetter. Vor der Abstimmung äußerten die Parteien denn auch ihren Unmut über diesen Umstand.