“Südmodul muss dringend gebaut werden”

14 Februar 2014 | Luxemburger Wort

Rue de Gasperich überlastet
 
“Wir wissen um die Großprojekte, die in den kommenden Monaten und Jahren im Rahmen des PAP Grossfeld auf dem Ban de Gasperich umgesetzt werden sollen. Auch die aktuelle Straßen- und Verkehrslage in Hesperingen sowie in den Nachbargemeinden Contern, Roeser und Weiler-la-Tour ist unlängst bekannt. Da der Durchgangsverkehr vor allem über die N3 – die Route de Thionville – von Frankreich in Richtung Stadt Luxemburg fließt, stockt der Verkehr in den Spitzenstunden auf den Hauptverkehrsachsen. Deshalb weichen viele Autofahrer auf die Nebenstraßen aus. Als sogenannte Schleichwege gelten die Rue de Bettembourg und die Rue de Gasperich. Die einzige direkte Zufahrt zum neuen Entwicklungsgebiet auf dem Ban de Gasperich wird eben genau jene Rue de Gasperich sein, die ohnehin zu eng für ein solch massives Verkehrsaufkommen ist”, betont Bürgermeister Marc Lies, der befürchtet, dass diese Straße den enormen Verkehrszufluss, der in Zukunft in diesem Raum aufkommen wird, nicht bewältigen kann. Das Limit sei dort längst erreicht, so Marc Lies.
 
Und gerade aus diesen Gründen hätten bereits die vorigen Regierungen an einem Projekt gearbeitet, um neue Zufahrtsstraßen in das neue Viertel zu schaffen. Im Rahmen dieser Überlegungen seien schon Lösungsvorschläge ausgelotet worden, um die Gemeinde Hesperingen zu entlasten. Insbesondere der Bau einer Umgehungsstraße, der sogenannten neuen N3, die vom Howalder Plateau südlich von Hesperingen führen soll, werde ins Auge gefasst, so Marc Lies.
 
Diese Projektvorlage sieht folgendermaßen aus: Vom Pont Büchler aus soll eine Zufahrtsstraße einen direkten Zugang zum Hauptbahnhof ermöglichen, von dort aus wird der Verkehr dann entlang der Bahngleise über den “Rangwee” und die Rue des Scillas in Howald bis zum Standort des geplanten neuen Peripheriebahnhofs geleitet. In Höhe des neuen Bahnhofs würde diese Straße an die neue N3 angeschlossen. Die neue N3 besteht aus drei Teilen: dem Modul “Nord” (Pont Büchler-Hauptbahnhof), dem Modul “Zentrum” (Bahnhof-Peripheriebahnhof) und dem Modul “Süden” (Peripheriebahnhof-neue N3).
 
“Vor wenigen Wochen hat die Regierung angekündigt, dass die Nord- und Zentrumsvarianten prioritär verwirklicht werden sollen. Die Umgehungsstraße von Hesperingen, d. h. der Südvariante, wurde auf der Prioritätenskala von eins auf zwei zurückgestuft. Damit kann ich als Hesperinger Bürgermeister und als Abgeordneter nicht einverstanden sein”, betont Marc Lies. Wenn ein Teil des Projekts prioritär umgesetzt werden müsse, so sei es “nur normal, wenn alle Module, dieselbe Priorität” genießen würden. “Sollten die Module Nord und Zentrum zuerst umgesetzt werden, dann wird auch bekanntlich die Rue des Scillas auf eine Breite von 30 Metern ausgebaut. Dies wird zusätzlichen Verkehr in den Kreisverkehr auf Höhe des Supermarkts und nach Hesperingen leiten. Deshalb müsse das Modul Süden dieselbe Priorität erhalten wie die beiden anderen, unterstreicht Marc Lies.
 
Laut Minister Bausch sollten die Module Nord und Zentrum prioritär behandelt werden, damit die Tram schneller vom Bahnhof Luxemburg in Richtung Howald und Gewerbezone “Cloche d’Or” gebaut werden kann. Hier müsse man sich jedoch fragen, wie diese Trasse finanziert werden kann, so Lies, der betont, dass die Regierung den Bau der Umgehungsstraße schon zeitlich zurückversetzt hat, da das Projekt aufgrund der Staatsfinanzen in den Jahren 2015 bis 2017 nicht finanzierbar sei. “Die neue N3 muss in ihrer Gesamtheit von Norden nach Süden gebaut werden”, betont Marc Lies. Es stehe außer Frage, dass die Module Nord und Zentrum zuerst gebaut werden müssen und danach müsste sofort die Umgehungsstraße von Hesperingen gebaut werden.
 
Neue N3 entlang der Bahngleise
 
Als Grund für die spätere Verwirklichung des Südmoduls gebe der Minister auch den Umstand an, dass die Umgehungsstraße teilweise durch ein “Natura 2000”-Gebiet führt, sagt Lies. “Dieses Gebiet ist zwar problematisch, jedoch führt dort bereits die Eisenbahnlinie hindurch. Darum verstehe ich nicht, weshalb die Umgehungsstraße, die ja sowie auf Brückenpfeilern über die Alzette führen wird, nicht entlang der Bahngleise in Richtung der A3 gebaut werden kann”, unterstreicht Lies, der auch darauf hinweist, dass in diesem Bereich die Natur schon wegen der Bahngleise zersiedelt wurde. Bei einem Unfall auf der A3 biete die neue N3 ein weiteres “Schlupfloch”, über das der Verkehr nach Gasperich gelangen kann. “Deshalb verstehe ich nicht, warum die Südvariante erst später realisiert werden soll”, ärgert sich Lies. Diese Entscheidung werde eindeutig einen Impakt auf den Verkehrsfluss und die wirtschaftliche Entwicklung in den Gemeinden Hesperingen, Roeser, Contern sowie in Bonneweg und Gasperich haben.