Lydie Polfer spricht sich für ein neues Wohnviertel
an der Route d‘Arlon aus

19 Februar 2014 | Lëtzebuerger Journal

Nahe der Innenstadt wohnen.
 
Bürgermeisterin Lydie Polfer betonte in einem Fernsehinterview, dass das vorrangige Ziel natürlich Wohnungsbau sei, kombiniert mit Grünzonen und nahräumlicher Versorgung, d.h. Einzelhandel genauso wie Kinderkrippen. Da sich bis auf ein Feld in Randlage alle Grundstücke im Besitz der Stadt befinden, wolle man das Vorhaben selbst realisieren. Ein schlüssiges Gesamtkonzept soll auf dem Weg eines Architektenwettbewerbs gefunden werden.
Schwierig…
 
Bis es soweit ist, ist aber noch eine Reihe von Hürden zu überwinden. Erste Voraussetzung ist, dass das neue Stadion zwischen Clôche d’Or und Kockelscheuer schnell realisiert wird. Es gab erste negative Pressestimmen die von einem Zeithorizont 2030 sprachen. Für den Fall, dass der Trambahnanschluss, plus Straßenbahndepot, vor dem Stadion realisiert werden sollte.
 
Trotz dieser Unkenrufe ist es ohne weiteres möglich das Stadion unabhängig von der Straßenbahn zu bauen, so dass es zunächst nur per Bus oder Pkw erreicht werden kann. Sicher ein Provisorium, aber es würde zulassen, dass die alten Sportanlagen an der Arlonerstraße abgerissen und dort Wohnungen gebaut werden können. Der zweite, kleinere, Haken an der Planung ist die Einbeziehung der Wache der Berufsfeuerwehr – deren Fläche würde das neue Baugebiet ideal abrunden. Voraussetzung für den Umzug der Wache und einen Abriss der Gebäude ist aber die Realisierung einer neuen (integrierten) Rettungswache am Kreisel Gluck, dem Beginn der A3 zwischen Howald und Gasperich.
 
Die „Feuerwehrkaserne plus Feuerwehrschule am Kreisel Gluck“ geistert schon seit einigen Jahren durch die Planungen des Innenministeriums. Allerdings muss für deren Bau eine viel größere Baustelle bewältigt werden – die Reform des Rettungswesens.
 
Hier ist die Gemengelage nach wie vor kompliziert: Zwar hat das von den deutsch-französischen Beratern und den luxemburgischen Arbeitsgruppen ausgearbeitete Konzept einer Rettungspyramide, vom „First Responder“ bis zum nationalen Einsatzzentrum, allgemeinen Anklang gefunden aber wichtige Fragen sind ungeklärt. Dazu zählt die Frage nach der praktischen und insbesondere der finanziellen Integration der kommunalen Feuerwehrdienste und des staatlichen Zivilschutzes sowie die Einbindung der hauptstädtischen Berufsfeuerwehr. Erst wenn diese Problemstellungen gelöst sind, kann man Planung und Bau des Einsatzzentrums Gluck angehen.
 
…aber machbar
 
Grundsätzlich ist das Problem „Feuerwache“ kein Hindernis nach dem schnellen Bau eines neuen Stadions das geplante Wohnviertel an der Arlonerstraße abschnittsweise zu realisieren.