Ein kleiner Schritt auf einem weiten Feld

11 März 2014 | Luxemburger Wort

Im Tausch für zwei Grundstücke von insgesamt 11,83 Ar in der Rue de Leudelange in Cessingen erhielt die Gemeinde nämlich nun von einem Anwohner-Ehepaar gleich mehrere Grundstücke an den Örtlichkeiten “Bei der trockenen Wies” und “In der Somp” in Gasperich.
 
Vier Projekte in einem
 
Die nun erhaltenen 2,7692 Hektar sollen nämlich genutzt werden, um wesentliche Bausteine des geplanten Großprojekts an der Cloche d’Or bzw. im Ban des Gasperich zu errichten. Mit den neuen Grundstücken soll künftig nämlich nicht nur die Anbindung des Ban de Gasperich an die Route d’Esch gewährleistet werden, sondern auch der geplante Auffang- bzw. Park&Ride-Parkplatz und die Trasse für die Tram ermöglicht werden. Zudem sollen aber eben auch Teile des erworbenen Areals für den Bau des Fußballstadions genutzt werden.
 
Laut Bürgermeisterin Lydie Polfer (DP) handelt es sich bei den betreffenden Parzellen größtenteils um “zones rurales”, lediglich ein kleiner Teil sei als “zone de loisirs et de sport” eingestuft. Keines der Grundstücke befinde sich allerdings in einer “zone verte”, so die Bürgermeisterin, die auch nochmals betonte, dass der in diesem Kontext in der Presse kursierte und auch gestern wieder von Rat Laurent Mosar (CSV) angeführte Begriff der “zone verte interurbaine” im Bebauungsplan der Hauptstadt gar nicht existiere.
 
Dass die betreffenden Grundstücke aber umklassiert werden müssen, liegt auf der Hand. Wann diese Prozeduren abgeschlossen sein werden, konnte Polfer nicht sagen. Zuerst müsse eine strategische Umweltprüfung (SUP) in die Wege geleitet werden, dies geschehe in den kommenden Monaten. Und in Anbetracht dieser schon mal langwierigen Prozedur könne sie eben kein konkretes Datum nennen, so Polfer. Die Reklassierung solle aber so schnell wie möglich vonstattengehen. Der Grundstückstausch wurde in der Folge einstimmig vom Gemeinderat gutgeheißen.
 
“Strategische Fehler”
 
Uneinigkeit herrschte hingegen bei der Abstimmung zum rektifizierten Kostenvoranschlag bezüglich eines neuen Gewächshauses für den “service des parcs”. Die Gesamtkosten für das Projekt, die ursprünglich auf rund 1,53 Millionen Euro beziffert worden waren, belaufen sich nach vielen Zusatzarbeiten auf über 2 Mio. Euro. Alleine beim Posten “Gros-oeuvre et terrassement” ist eine Erhöhung um mehr als 212 Prozent zu verzeichnen, wie Rätin Martine Mergen (CSV) anführte. Auch war es für viele Räte quer durch die Fraktionsbänke unverständlich, dass offenbar beim ersten Kostenvoranschlag die Sanitäranlagen vergessen worden zu sein scheinen. Der rektifizierte Kostenvoranschlag wurde mit sechs Gegenstimmen und sechs Enthaltungen in Reihen der Opposition angenommen.
 
Laut Schöffin Viviane Loschetter (Déi Gréng) teile der Schöffenrat die Kritik der Räte. Loschetter sprach von “strategischen Fehlern”, die zu Beginn gemacht worden seien, aber auch davon, dass bei diesem Projekt so ziemlich alles schief gegangen sei, was hätte schief gehen können. Nichtsdestotrotz müssten die Kosten als einmalige Investition angesehen werden, die laufenden Kosten für den Betrieb des Treibhauses würden sich dadurch nicht erhöhen. Loschetter bemerkte aber auch, dass der (externe) Architekt die Verantwortung trage, und man sich bezüglich der Honorare sowie der zusätzlichen Kosten noch einmal unterhalten werde. Im besten Fall müsse die Sache nicht vor Gericht ausgetragen werden.