„Campus francophone“ in Gasperich

9 Oktober 2013 | Luxemburger Wort

Das „Lycée Vauban“ und die „Ecole française“ sind derzeit noch auf Limpertsberg untergebracht, wo es an Platz fehlt. Die „Ecole française“ wird derzeit von rund 600 Schülern im Vorschul- und Primärschulalter besucht. Laut Bruno Lorrain, „directeur exécutif“ des vierköpfigen Direktionsteams, mussten zur vergangenen Rentrée schon Schüler aus Platzmangel abgewiesen werden.
 
Auch das „Lycée Vauban“, das derzeit von 1 075 Schülern besucht wird, stößt an seine Grenzen – im Jahr 2009 war das Lyzeum noch von 776 Schülern besucht worden. In der Nähe des Tierasylsund der RettungsdiensteWie Bruno Lorrain weiter erklärt, entsteht das neue Campus auf einem 4,5 Hektar großen Gelände in der Nähe des Rond-point Gluck.
 
Menschliche Ausmaße
 
Gleich daneben wird sich das Rettungsdienste-Zentrum mit dem neuen Sitz der Berufsfeuerwehr befinden, auf der anderen Straßenseite befindet sich das Tierasyl. Das Campus wird laut Bruno Lorrain so gestaltet, „dass es nicht als etwas Gigantisches empfunden wird“. Die Gebäude sollen nach Angaben des Direktors menschliche Ausmaße besitzen. Die Primärschule, das „Collège“ und das „Lycée“ werden über separate Eingänge und Schulhöfe verfügen. Alle Gebäude werden an das Fernwärmenetz der Stadt Luxemburg angeschlossen sein.
 
Zum „Pôle sportif“, der unterhalb des Schulhofs entsteht, aber von Tageslicht erhellt wird, gehören fünf Sportterrains und mehrere Mehrzwecksäle, in denen z.B. Tischtennis, Tanz oder Kampfsport praktiziert werden kann. Unterhalb des Verwaltungsbereichs ist ein Amphitheater geplant, das für vielfältige Zwecke genutzt werden kann, – z.B. für Konferenzen, Elternversammlungen und Theatervorstellungen. Daneben wird sich ein Festsaal befinden.
 
Eine Haltestelle für die Tram
 
Was die Mobilität betrifft, wird sich das Campus in der Nähe der Eisenbahn-Haltestelle Howald befinden. Die Tram, die bekanntlich in einer ersten Phase nur vom Hauptbahnhof durch das Stadtzentrum zum Kirchberg führen wird, soll in einer späteren Etappe auch zum Ban de Gasperich fahren. Dann wird es auch eine Haltestelle beim Campus geben. Dieses wird über lediglich 130 Stellplätze in einer Tiefgarage verfügen.
 
Das „avant-projet détaillé“ soll Ende Oktober dem Verwaltungsrat der ELFL und im November dem Unterrichtsministerium vorgelegt werden. Die Kosten von maximal 135 Millionen Euro werden zu 80 Prozent vom Staat und zu 20 Prozent über eine Bankanleihe der ELFL finanziert.
 
Auf dem Terrain werden noch archäologische Grabungen durchgeführt und mit der Stadt Luxemburg muss noch ein Abkommen über die Bereitstellung des Geländes unterzeichnet werden.