Baubeginn der neuen Straßenbrücke zwischen
Rue d’Alsace und Rue de la déportation

19 März 2011 | Luxemburger Wort

Der „Pont d’Alsace“, die Verbindungsbrücke zwischen der Rue d’Alsace in Hollerich und der Rue de la déportation in Gasperich, hat nach 107 Jahren ausgedient. Sie wird durch eine sogenannte Bogenbrücke ersetzt und noch im Laufe dieses Jahres abgerissen. Gestern fand der offizielle Baubeginn des neuen „Pont d’Alsace“ in Anwesenheit von Infrastrukturminister Claude Wiseler und CFL-Generaldirektor Alex Kremer statt.
 
Die Brücke ist ein gemeinsames Projekt der CFL und der Stadt Luxemburg. Der Bau wird vom „Fonds du rail“ finanziert, die Brücke wird nach Abschluss der Arbeiten für einen symbolischen Euro an die Stadt Luxemburg übergeben. In seiner Begrüßungsansprache betonte CFL-Generaldirektor Alex Kremer, dass die moderne Konstruktion ohne Stützpfeiler und mit ihrer erweiterten Höhe den nötigen Freiraum für notwendige Veränderungen im Gleisbereich schaffe.
 
Zeitkapsel mit Bauplänen der alten und neuen Brücke
 
Zu den offiziell-feierlichen Akten gehört die Einbetonierung einer Zeitkapsel im südlich ausgerichteten Brückenwiderlager. Darin befinden sich die Baugenehmigung, die Baupläne der alten und neuen Brücke, gestern veröffentlichte Tageszeitungen sowie ein Luxemburger Euromünzenset.
 
Die Vorbereitungsarbeiten hatten bereits im Oktober vergangenen Jahres begonnen, als die bestehende Brücke um 20 Meter Richtung Hauptbahnhof verschoben worden war, um Platz zu schaffen für die neue Konstruktion, die keine Stützpfeiler mehr benötigt. Sie ist 119 Meter lang und knapp 19 Meter breit. Die Höhe des Freiraums unterhalb des Brückenbodens beträgt 6,5 Meter. Das sind 1,5 Meter mehr als bisher. Der Brückenbogen ist an seiner höchsten Stelle 21 Meter hoch.
 
2 000 Tonnen Stahl aus Europa und China
 
Vorgesehen sind zwei Fahrspuren, auf beiden Seiten jeweils ein 1,5 Meter breiter Radweg sowie zwei Meter breite Gehwege. Die Brücke hat ein Gewicht von 2 000 Tonnen. Der dafür benötigte Stahl kommt aus europäischen und chinesischen Stahlwerken. Ein Teil wird vom ArcelorMittal-Stahlwerk in Differdingen hergestellt. Die größten Brückenteile haben eine Länge von 30 Metern. Alle Teile werden angeliefert und an Ort und Stelle zusammengefügt.
 
Die Bogenbrücke wird mit ihren 21 Metern die höchste Konstruktion in der Umgegend sein. Die Brückengeländer sind verglast. Bogen und Brückentafel werden nachts beleuchtet sein. Entworfen wurde die Bogenbrücke vom Architekten Jean-Louis Jolin. Mit dem Bau wurde die „Association momentanée“, bestehend aus den Gesellschaften „Galère“, CFE und „Victor Buyck Steel Construction“, beauftragt. Die Kosten für das gesamte Projekt belaufen sich auf rund zehn Millionen Euro.
 
Während der Bauarbeiten verläuft der Verkehr wie bisher über die bestehende Brücke. Nach den diesjährigen Sommerferien dürfte der Verkehr über die neue Konstruktion führen. Spätestens Ende des Jahres soll die alte Brücke ganz verschwunden sein.