Ban de Gasperich: Fernwärme für alle neuen Gebäude

4 Juni 2013 | Luxemburger Wort

Was von außen aussehen wird wie ein einzelnes Gebäude, verbirgt im Inneren zwei unterschiedliche Bauwerke:
Eine Wärmezentrale der Stadt Luxemburg und eine Trafo-Station der Firma Creos.
 
Zwei Bauwerke in einem
 
Zwei kleinere Bauwerke direkt am Verteilerkreis erfüllen heute bereits die gleichen Funktionen: Eine ältere, graue
Trafo-Station von Creos und eine silbern glänzende, provisorische Wärmezentrale mit hohem Schornstein der Stadt Luxemburg. Beide werden in etwa zwei Jahren verschwinden, wenn die definitiven und leistungsstärkeren Einrichtungen fertig gestellt sind. Alle neuen Gebäude, die im Ban de Gasperich errichtet werden, werden an das Fernwärmenetz der Stadt Luxemburg angeschlossen.
 
Gaskessel für die Spitzen
 
Die Wärme wird durch eine sechs Kilometer lange Leitung von der Müllverbrennungsanlage der Sidor in Leudelingen zur Cloche d’Or geleitet. Somit wird in Leudelingen nicht nur Strom produziert, sondern auch die verbleibende Wärme sinnvoll genutzt.
 
80 bis 85 Prozent des Wärmebedarfs des Ban de Gasperich soll durch die Wärme aus Leudelingen abgedeckt werden. Die Zentrale beim Verteilerkreis auf Cloche d’Or wird keine Kogenerationsanlage sein, sondern nur Gaskessel umfassen, die bei Verbrauchsspitzen und im Fall einer Panne in Leudelingen genutzt werden.
 
Wärme von Leudelingen nach Cloche d’Or
 
Im Jahr 2015 soll die erste Wärme von Leudelingen nach Cloche d’Or fließen. Eine Computersimulation über das Aussehen des Gebäudes, in dem die Wärmezentrale und die Trafo-Station untergebracht werden, ist derzeit noch nicht verfügbar. Nach Angaben der Stadt Luxemburg wird aber in nächster Zeit eine Informationstafel im Umfeld der Baustelle errichtet werden, auf der das Projekt kurz vorgestellt wird.
 
Der hauptstädtische Gemeinderat hatte den Bau der Infrastrukturen im Ban de Gasperich im Juli 2011 genehmigt. Dazu gehören neben dem Fernwärmenetz auch die Wasserleitungen und Abwasserrohre, die Beleuchtung der kleineren Straßen, die Ampeln sowie das Strom-, Gas- und Telekommunikationsnetz.
 
Für den Bau der beiden Boulevards hatte das Parlament bereits im Jahr 2010 grünes Licht gegeben.